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Die Geschichte der Gemeinde Komušina ist eng mit der Geschichte des oben abgebildeten Bildes verknüpft.

 

Komušina ist eine Gemeinde die sich in Zentral Bosnien befindet und dem Landkreis Teslić zugerechnet wird. Sie liegt in dem (Fluss) Usora-Tal. Komušina umfasst die Gebiete Ober- und Unter Komušina, Slatina, Studenci sowie große Teile der Gebiete in Rajševa und Kamenica. Die Bevölkerung in diesem Gebiet setzte sich vor dem Bosnienkrieg (1992-1997) mehrheitlich aus Kroaten zusammen (Insgesamt 5026 Personen). Daneben lebte auf diesem Gebiet eine serbische sowie muslimische Minderheit (90 Muslime und 10 Serben). In den Kriegswirren wurde allerdings die kroatische und muslimische Bevölkerung vertrieben, die Häuser und Infrastruktur zerstört. Heute, nach dem Krieg konnten -unter starken Repressalien der Serben- etwa 100 Menschen nach Komušina zurückkehren. Die große Mehrheit der kroatischen Bevölkerung, die einst auf diesem Gebiet lebte, befindet sich nun in der Großzahl in Kroatien, Slowenien, sowie -wie bereits vor dem Krieg- als Gastarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Sie versammeln sich allerdings größtenteils an Feiertagen -besonders zu Marienhimmelfahrt- in Komušina und halten die alten katholischen Traditionen aufrecht.

 

„Die Geschichte des Wunder bewirkenden Bildes der Heiligen Mutter von Kondžilo in Komušina“

 (Nach der Überlieferung des Jesuiten Franjo Hamerla der 1907 auf dem Berg Kondžilo eine Predigt hielt. Dieser berichtete, diese Geschichte vom Kirchenvater Ilija Babić erfahren zu haben.)

 So lautete seine Erzählung:

 

„Unser Bild hat ein Türke aus dem Dorf Mrkotić drei Stunden von hier entfernt, nahe Tešanj, gefunden. Er fand das Bild im Gebüsch als er auf seinem Feld rodete. Er wusste nicht was es ist, aber er wusste dass es ein Heiligtum sei. Deswegen bewarte er dieses Bild in seinem Maisspeicher. Und siehe da die göttliche Gabe: dieser Speicher hat sich nie geleert!

 

An einem Tag kam ein Zigeuner der von ihm Mais abkaufen wollte. Er führte diesen zum Speicher und zeigte diesem das Bild, und fragte ihn, ob dieser wisse was das sei. „Ich weis was das ist“ sagte der Zigeuner. Das ist die „vlaische“ Madonna und schlug dabei verbittert mit dem vollen Maissack ins Bild. Auch heute könnt ihr die Einschlagstelle am Bild sehen. Und da kam auch sogleich die Strafe Gottes. Der Zigeuner verlor sofort den Verstand und sprang in den Fluss Usora, wo er ertrank. Diese Stelle heißt heute noch der Zigeunergraben. Das Volk berichtet auch heute, dass an dieser Stelle -zu Mariahimmelsfahrt- der Zigeuner zu hören sei, und: „Kaffee, Kaffee“ rufe.

 

Dieses Geschehnis überzeugte den Türken noch mehr, dass er in seinem Maisspeicher ein Heiligtum habe. Von da an nahm er sich vor dieses noch besser zu hüten. Trotzdem konnte er die ganze Angelegenheit nicht länger verbergen. Wie ein Lauffeuer ging die Existenz dieses Bildes in der Türkengemeinde um und auch die Christen bekamen dies mit. Die Türken nahmen es ihm übel, dass er ein solches „vlaisches“ Bild habe und die Katholiken baten ihm jeden von ihm verlangten Preis für das Bild an. Zufällig kam damals auch ein türkischer Scheich in das Dorf Mrkotić. Diesem kam schnell zu Ohren, dass ein sonderliches Bild existiere, wonach er sogleich zum Türken ging und ihm befahl dieses „vlaische“ Heiligtum an die Christen abzugeben. Dieser wurde traurig und bat den Scheich ihm doch zu gestatten dieses Bild zu behalten, weil ihm seit dem er das Bild besitze nur Gutes wiederfahre. Doch der Scheich befahl ihm das Bild wegzugeben. Allerdings dürfe er es nicht verkaufen, weil der Verkauf eines Heiligtums Unglück bringen würde, sondern er solle es mit den Christen gegen etwas eintauschen. Der Türke beugte sich dem Befehl des Scheichs um von der Gemeinde nicht ausgestoßen zu werden und lud angesehene Katholiken in sein Haus und sagte: „ Ich gebe euch das Bild wenn ihr mir dafür 100 Stiere, 100 Schafsböcke und 100 kg Kuhschmalz gibt“.

 

Die Katholiken waren daraufhin sehr glücklich. Einige gaben einen Stier, andere zwei, andere wiederum fünf Böcke und die Armen wenigstens ein kg Kuhschmalz. Als sie alles zusammenhatten gaben sie es dem Türken und entschieden sich das Bild „dorthin“ nach Komušina zu bringen.

 

Unser Kirchenvater Ilija Babić erklärte mir dazu folgendes:

„Du musst wissen, dass es damals im ganzen Gebiet keine Kirche gab, nicht in Doboj, nicht in Sivša und auch nicht in Žabljak, nur bei uns. Und hier nur eine kleine Kapelle anstatt einer Kirche. Ich kann mich noch genau an diese Kapelle erinnern, da es nicht einmal 40 Jahre her ist, dass wir eine Kirche aufbauten. Nicht einmal einen Frater haben wir gehabt, sondern der Frater der mit dem Pfarrer gemeinsam für das ganze Gebiet zuständig war, hauste drüben im Wald wie ein einsamer Einsiedler. Du hasst sicherlich auf dem Weg hierher die Kirche in Bežljak gesehen, eine ¾ Stunden von der Kirche im Ereizer Bach entfernt. Schau, du kannst sie auch von hier sehen, man kann sogar noch heute die Grundmauern und den Keller des Pfarrhauses erkennen.

 

Deshalb also, weil nur bei uns eine gemauerte Kapelle stand, entschieden sich unsere Alten das heilige Bild in unser Dorf zu holen. Aus Angst vor den Türken, durften sie allerdings nicht auf dem Straßenweg hierher kommen, sondern kamen auf einem Umweg über diese Berge her und trugen dabei das Bild auf gezimmerten Tragen. Als sie auf dem Berg Kondžilo ankamen, genau dort wo nun die Kapelle steht, haben sie Rast gemacht. Als sie dann weiter gehen wollten -siehe da ein Wunder! Nicht 6 aber auch nicht 10 Leute konnten das Bild von dieser Stelle bewegen. Was sollten sie nun tun? Etwa das Bild hier im Wald über offenem Himmel stehen lassen?, weil eine Kapelle zu errichten würden die Türken niemals zulassen.

 

Da knieten sie vor dem Bild alle zusammen nieder und versprachen, dass sie das Bild jedes Jahr zu Mariahimmelfahrt aus Komušina in einer Pilgerprozession hier hoch tragen werden.

 

Darauf hin konnten sie problemlos das Bild auf der Trage heben und nach Komušina in die Kirche überführen. Und deshalb diese Prozession zur Mariahimmelsfahrt auf diesen Berg Kondžilo.“

„Wann war das? Wann wurde dieses Bild aus dem Türkendorf hierher überführt?“

„Mein lieber Bruder, dies kann ich dir nicht beantworten! Ich denke mindestens vor 200 Jahren, weil mein Großvater hätte mir sicherlich davon berichten können, wenn dies nur 100 Jahre her gewesen wäre. Nicht mein Vater und nicht mein Großvater erinnerten sich wann genau das Bild zu uns kam. Aber das Türkenhaus von damals gibt es immer noch und seine Nachfahren leben auch heute ein glückliches und reiches Leben.

 

Wir hatten hier vor 20 Jahren einen Frater. Dieser ging einst zusammen mit zwei anderen nach Mrkotić. Sie machten Rast bei einem alten Mann der 70 Jahre alt war, der sie gastfreundlich empfing. Dieser bestätigte Ihnen, dass das Bild einst in diesem Dorf war. Bis vorletztes Jahr wussten wir nicht was eine Missernte ist. Unser Mais war zwei Groschen wertvoller als anderswo. Unser Schmalz war besser als in irgendeinem anderen Dorf.

Er zeigte ihnen auch den Platz wo das alte Türkenhaus steht und er rief den Hausherren Mehmed Čaplić, die früher Kapetanović hissen, dazu. Dieser Beglaubigte, dass seine Alten das Heiligtum in ihrem Maisspeicher gehütet hatten und das sie heute noch jedes Jahr ein Geschenk zu Mariahimmelsfahrt nach Kondžilo entrichten. Sein es nun kostbare Stoffe oder Geld.


 

Neues Projekt Kondzilo 

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Projekt "Gedenkstätte"

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Kirche in Komusina / Heilige Mutter von Kondzilo 

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